Wer eigene Mailserver (z. B. Mailcow, Postfix) oder geschäftliche SMTP-Relays betreibt, steht oft vor demselben Frust: Gesendete E-Mails landen im Spam-Ordner von Empfängern oder werden von Google Workspace und Microsoft 365 komplett abgelehnt. Seit 2024 setzen große Mailprovider strikte Authentifizierungsstandards voraus. In diesem Guide klären wir, wie die drei Säulen SPF, DKIM und DMARC zusammenhängen und wie du deine DNS-Records fehlerfrei aufsetzt.
1. Das Fundament: Reverse DNS (PTR-Record)
Bevor DNS-Records greifen, prüfen empfangende Mailserver als Erstes, ob die IP-Adresse des Servers zu seinem Hostnamen passt (Forward-Confirmed Reverse DNS, FCrDNS):
- A-Record (Forward):
mail.deine-domain.dezeigt auf195.201.x.y. - PTR-Record (Reverse): Im Kundenportal deines Server-Hosters (z. B. Hetzner) muss für die IPv4- und IPv6-Adresse exakt
mail.deine-domain.deals Reverse-Eintrag hinterlegt sein.
Stimmt der PTR nicht überein, wird deine Mail von Microsoft oder Google fast garantiert sofort verworfen.
2. SPF (Sender Policy Framework): Wer darf senden?
Der SPF-Record ist ein einfacher TXT-Eintrag in deiner Hauptdomain. Er teilt dem Empfänger mit, welche Server-IPs autorisiert sind, Mails mit deiner Domain als Absender zu verschicken.
Typischer SPF TXT-Record auf deine-domain.de:
v=spf1 mx ip4:195.201.x.y ip6:2a01:4f8:... ~all
Was bedeuten die Flags?
v=spf1: Definiert die SPF-Version.mx: Alle Server, die in den MX-Records deiner Domain gelistet sind, dürfen senden.ip4: / ip6:: Explizite IP-Adressen deiner Mailserver.include:_spf.provider.de: Nötig, wenn externe Dienste (z. B. Newsletter-Tools oder Helpdesks) in deinem Namen senden.~all(SoftFail): Empfängern signalisieren, dass unautorisierte IPs markiert, aber nicht sofort hart gelöscht werden (empfohlen). Ein-all(HardFail) lehnt fremde IPs direkt ab.
3. DKIM (DomainKeys Identified Mail): Kryptografischer Manipulationsschutz
Während SPF nur die IP prüft, schützt DKIM den Inhalt der E-Mail. Dein Server signiert jede ausgehende Mail mit einem privaten Schlüssel. Der Empfänger lädt den öffentlichen Schlüssel aus deinem DNS und prüft, ob die Mail unterwegs verändert wurde.
In deinem Mailserver (z. B. Mailcow) erzeugst du einen DKIM-Schlüssel (2048 Bit) mit einem Selector (z. B. dkim). Im DNS erstellst du folgenden TXT-Record:
# Name des DNS-Records:
dkim._domainkey.deine-domain.de
# Wert des TXT-Records:
v=DKIM1; k=rsa; p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEA...[DEIN_OEFFENTLICHER_SCHLUESSEL]...DAQAB
4. DMARC: Die Regulierungs- und Reporting-Policy
DMARC baut auf SPF und DKIM auf. Hier legst du fest, was passieren soll, wenn SPF oder DKIM fehlschlagen, und lässt dir tägliche Fehlerberichte per XML an deine E-Mail senden.
DMARC TXT-Record auf _dmarc.deine-domain.de:
v=DMARC1; p=quarantine; rua=mailto:dmarc-reports@deine-domain.de; pct=100; sp=quarantine
Empfohlene Einführungsstrategie:
- Phase 1 (Monitoring):
p=none– Fehler werden nur geloggt und an dierua-Adresse gemeldet, keine Mails werden abgewiesen. - Phase 2 (Quarantäne):
p=quarantine– Mails ohne gültiges SPF/DKIM landen beim Empfänger im Spam-Ordner. - Phase 3 (Voller Schutz):
p=reject– Unberechtigte Mails werden sofort verworfen (maximaler Phishing-Schutz).
5. Verifikation & Test-Tools
Nachdem die DNS-Records gesetzt wurden (TTL abwarten!), kannst du dein Setup mit folgenden Werkzeugen testen:
- Mail-Tester.com: Sende eine Testmail an die angezeigte Adresse und erziele ein Rating von 10/10.
- Terminal-Check (dig):
dig TXT deine-domain.de +short dig TXT dkim._domainkey.deine-domain.de +short dig TXT _dmarc.deine-domain.de +short
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