Security 18. Juli 2026 • 8 Min. Lesezeit

Docker Container absichern: Rootless, Read-Only Filesystems & Linux Capabilities

Standardmäßig starten die meisten Docker-Container mit weitreichenden Rechten: Der Prozess im Container läuft als root (UID 0), das gesamte Dateisystem ist beschreibbar und der Kernel gewährt zahlreiche Linux-Capabilities. Gelingt einem Angreifer die Code-Execution über eine Sicherheitslücke in der Web-App, kann dies zum Ausbruch auf das Hostsystem führen. Mit wenigen standardisierten Direktiven lässt sich dieses Risiko minimieren.

1. Read-Only Root Filesystem (Dateisystem sperren)

Die meisten Webanwendungen müssen zur Laufzeit keine Binärdateien oder Bibliotheken verändern. Mit read_only: true verbieten wir jegliche Modifikation am Container-Image. Benötigt die Anwendung temporäre Schreibberechtigungen (z. B. für Caches oder Session-Dateien), mounten wir flüchtige tmpfs-Speicher im RAM:

services:
  webapp:
    image: my-app:latest
    read_only: true
    tmpfs:
      - /tmp:rw,noexec,nosuid,size=64m
      - /run:rw,noexec,nosuid,size=16m
    security_opt:
      - no-new-privileges:true

Effekt: Ein Angreifer kann keine Schadsoftware, Skripte oder Rootkits im Dateisystem des Containers persistieren.

2. Rechte-Eskalation unterbinden (`no-new-privileges`)

Das Flag no-new-privileges:true verhindert, dass Prozesse innerhalb des Containers über SUID- oder SGID-Binaries (wie sudo oder modifizierte Executables) zusätzliche Berechtigungen erlangen können. Es gehört standardmäßig in jeden Produktions-Stack.

3. Linux Capabilities minimieren (`cap_drop: ALL`)

Linux unterteilt Root-Rechte in fein granulierte Capabilities. Docker gewährt standardmäßig rund 14 davon (z. B. CAP_CHOWN, CAP_MKNOD). Für maximale Sicherheit droppen wir alle Capabilities und fügen ausschließlich die zwingend benötigten hinzu:

services:
  nginx-secure:
    image: nginx:alpine
    cap_drop:
      - ALL
    cap_add:
      # Erlaubt das Binden an Ports unter 1024 (z. B. Port 80/443)
      - NET_BIND_SERVICE
      # Erlaubt Nginx das Ändern der Worker-UID
      - SETUID
      - SETGID

4. Non-Root User erzwingen

Führe Prozesse niemals als Root aus. In Compose lässt sich dies über die user-Direktive erzwingen:

services:
  node-app:
    image: node:alpine
    user: "1000:1000"

5. Zusammenfassung: Die gehärtete Produktions-Vorlage

version: "3.8"

services:
  production-service:
    image: alpine:latest
    restart: unless-stopped
    read_only: true
    user: "10001:10001"
    security_opt:
      - no-new-privileges:true
    cap_drop:
      - ALL
    tmpfs:
      - /tmp:rw,noexec,nosuid,size=32m
    logging:
      driver: "json-file"
      options:
        max-size: "10m"
        max-file: "3"
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